Freundschaftlicher Plausch im Vereinsheim des SK Niederbrechen vor der Hitzeschlacht in der ersten Runde des Hessenpokals (Foto: Thomas Heider)
Schweißtreibend: die erste Runde des diesjährigen Hessenpokals, wie hier bei der Begegnung Niederbrechen 2 (re.) gegen SK Bickenbach 1 (Foto: Thomas Heider)

Wohl noch nie mussten die Schach-Akteure des Hessenpokals so viel Schweiß vergießen wie in der ersten Runde des diesjährigen Wettbewerbs. 

Am heißesten Tag des Jahres bei Temperaturwerten von weit über 30°C stellten sich die Spieler des SK Niederbrechen 1 und 2 ihren Gegnern. Dabei hatten die Brecher noch das Glück, dass beiden Mannschaften ein Heimspiel zugelost wurde, während ihre Gegner aus Kassel bzw. Bickenbach anreisen mussten.

Da das Vereinsheim in Niederbrechen keine Klimaanlage besitzt, versuchten die Verantwortlichen die Temperaturen mit sechs ständig laufenden Ventilatoren und vielen kalten Getränken etwas erträglicher zu gestalten.

Der heimische Bezirksmeister, SKN 1, hatte mit dem SVG Caissa Kassel 1 den Dritten der Verbandsliga Nord zu Gast, konnte allerdings nicht in Bestbesetzung antreten. Die Nordhessen ihrerseits waren aber auch nur mit einer „Notelf“ erschienen, denn vor Ort wurde lediglich ein Spieler aus deren Spitzenmannschaft eingesetzt. So lagen die Vorteile eindeutig beim Gastgeber. Aber der Pokal hat, wie auch schon eine alte Fußballweisheit sagt, seine eigenen Gesetze. Die Begegnung lief für den SKN leider recht unglücklich. Nach einem unnötig frühen Rückstand gelang dem Heimteam ein Sieg zum Ausgleich. Aber durch eine weitere Niederlage kamen die Brecher erneut ins Hintertreffen. Ein Erfolg am Spitzenbrett hätte die Brecher in ein Unentschieden und damit in die sog. Berliner Wertung retten können. Hierbei entscheiden die Einzelresultate: ein Sieg an Brett 1 bringt vier, an Brett 2 drei, am dritten Brett zwei und am vierten einen Zähler. Bei einem Remis werden die Punkte jeweils geteilt. Steht es auch hier 2:2, wird mit vertauschten Figurenfarben eine Entscheidung im 15 Minuten-Schnellschach gesucht. Erst wenn auch dieses Duell mit einem Gleichstand endet, entscheidet das Los. Das Remis von Jonas Weyer an Brett eins reichte daher für Niederbrechens erste Mannschaft leider nicht mehr und somit ist der Hessenpokal 2026 für den SKN 1 bereits beendet.

Madeleine Schardt, Teamleiterin von SKN 2, rechnete nicht damit, den haushohen Favoriten, SK Bickenbach 1, in Gefahr zu bringen. Immerhin glänzte der Verein aus Südhessen in dieser Saison als Vizemeister der Oberliga Süd-West und ist damit drei Klassen höher angesiedelt. Doch auch hier trat der Gast überraschenderweise ausschließlich mit dem Personal aus der zweiten und vierten Mannschaft an.

In der Folge konnte das heimische Landesklassen-Quartett seinen Gegner aus dem Odenwald unerwartet klar bezwingen und ist nun eine Runde weiter.

Hier die Einzelresultate:

SK Niederbrechen 1 – SVG Caissa Kassel 1 (1,5:2,5)

Jonas Weyer – Jannis Rödel 0,5:0,5

Markus Beinrucker – Rafael Guerrero Gimeno 0:1

Lukas Fleckenstein – Theo Fleischmann 1:0

Clemens Beinrucker – Tom Holzmann 0:1

SK Niederbrechen 2 – SK Bickenbach 1 (3:1)

Bernd Hardt – Finn Bender 0:1

Karim Rabiya – Leon David Bär 1:0

Lennard Meffert – Michael Kirchmann 1:0

Madeleine Schardt – Philipp Zocher 1:0

 
Die Ergebnisse der übrigen Begegnungen:

SV Oberursel 1 – Sfr. Wolfhagen 2 (1:3)

SV Rochade Hünfeld - Sfr. Wolfhagen 1 (0,5:3,5)

SVG Caissa Kassel 2 – SSG Hungen-Lich 1 (2:2, BW: 4,5:5,5)

SC Ladja Roßdorf 1 – SK Bad Homburg 1 (2:2, BW: 4,5:5,5)

SV Raunheim 1 – Frankfurter TV 1 (2:2, BW: 4,5:5,5)

SK Marburg 1 – SV Hofheim 1 (1:3)

Sfr. Eltville 1 – SK Gründau 1 (2,5:1,5)

SK Gernsheim 1 – Freibauer Mörlenbach (2,5:1,5)

SC Fulda 1 – Wiesbadener SV 1 (4:0)

SK Fürth 1 – SC Frankfurt-West 1 (1:3)