Bericht Hessische Jugendmeisterschaften

Lennard Meffert (SK Niederbrechen) erreichte bei den Hessischen Jugendmeisterschaften in diesem Jahr seine bisher beste Platzierung (Archivfoto Schachbezirk)

Meffert und Cromm unter den Top Ten

Das größte Event der Schach-Nachwuchsspieler im Laufe einer Saison findet alljährlich mit den Hessischen Jugendmeisterschaften in Bad Homburg statt und ist für den überwiegenden Teil der Youngster aus allen Teilen des Landes der Höhepunkt des Jahres.

Bei einer Teilnehmerzahl von mehr als 250 (!) in den Klassen U10 bis U18 dauert die Veranstaltung während der Osterferien eine ganze Woche. Das sogenannte „Zentrale Lager“ findet in und auf dem Gelände der örtlichen Jugendherberge statt. Die Verantwortlichen des Hessischen Schachverbandes sind daher fast rund um die Uhr eingespannt und haben eine Mammutaufgabe zu bewältigen.

Langeweile kann hier nicht aufkommen, denn neben den täglichen Turnierspielen gibt es auch ein Rahmenprogramm mit Schwimmbadbesuchen und Spieleabenden. Dazu kommen noch diverse Aktivitäten wie ein Fußball-, ein Minigolf- und ein Tischtennisturnier, eine Schnitzeljagd sowie ein Grillabend, ein Bowlingabend, ein Kletterevent, verschiedene Arten von „Exotenschach“ und die Möglichkeit zu kreativen Tätigkeiten. Schach wird natürlich auch gespielt – immerhin geht es um die hessischen Landestitel aller Klassen und um die Qualifikation für die Deutschen Jugendmeisterschaften. Das „Zentrale Lager“ gibt es bereits seit mehr als 25 Jahren und es hat bis heute nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt.

In diesem Jahr waren vier Akteure des heimischen Schachbezirks dabei.

Erfolgreichster Teilnehmer war in diesem Jahr der Brecher U14-Spieler Lennard Meffert. Beim diesjährigen Langschachturnier wurde wie immer im Modus des „Schweizer Systems“ gespielt. Hier werden Gegner mit annähernd gleicher Punktzahl vom Computerprogramm gegeneinander gelost. Bei seiner vierten Teilnahme konnte sich Meffert gegenüber dem Vorjahr erneut verbessern und platzierte sich in seiner Klasse auf Rang sieben – der bisher größte Erfolg auf Landesebene. Dabei sammelte er mit drei Siegen und zwei Remis insgesamt vier Punkte aus sieben Partien.

Mika Cromm vom TuS Löhnberg trat mittlerweile schon zum zweiten Mal in der Klasse U18 an und ist praktisch schon ein „alter Hase“. Mit Ausnahme des während der Corona-Pandemie verhängten Lockdowns ist er bereits seit seinem neunten Lebensjahr dabei und war regelmäßig weit vorne platziert. Einen Höhepunkt setzte er bereits im Alter von zehn Jahren mit der Goldmedaille im Blitzschach.

Am Ende des diesjährigen Partie-Marathons hatte der Löhnberger vier Siege aus sieben Begegnungen erspielt und erreichte wie im vergangenen Jahr mit Rang acht erneut einen Platz unter den Top Ten. Im abschließenden Blitzschach-Durchgang lief es allerdings nicht so gut wie gewohnt. Nach dem kräftezehrenden Tagesturnier über 21 (!) Runden erkämpfte er sich gegen die besten Spieler seiner Klasse aus Hessen mit sechs Punkten Platz 17.

Der zweite Teilnehmer des SK Niederbrechen war Erik Stab, der sich der Konkurrenz in der U16 stellen musste. Bei seinen fünften Landesmeisterschaften sammelte er 2,5 Zähler aus sieben Runden und platzierte sich mit Rang 19 etwas unter seiner eigentlichen Spielstärke.

Jonathan Rosog vom SC Rochade Diez gab in diesem Jahr sein Debüt bei den Hessischen Meisterschaften. Da er als U14-Spieler jedoch nicht qualifiziert war, musste er im offenen Turnier der U18 teilnehmen. Hier erzielte er als einer der jüngsten Teilnehmer immerhin zwei Punkte aus sieben Partien und zog sich mit Rang 34 bei 42 Mitkonkurrenten respektabel aus der Affäre.

Das Osterferien-Abenteuer „Zentrales Lager“ hat allen Teilnehmern viel Spaß gemacht und wird sicher auch im nächsten Jahr wieder eine Neuauflage finden.