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Bericht Hessische Jugendmeisterschaften

Kommt immer besser in Form: U12-Spieler Lennard Meffert vom SK Niederbrechen. (Foto: Thomas Heider)
Er hat bereits so manchen etablierten Spieler in der Bezirksliga in Verlegenheit gebracht: Erik Stab, U14-Vertreter des SKN. (Foto: Thomas Heider)

Die Trauben hängen hoch                                      

Die Hessischen Schach-Jugendmeisterschaften in Bad Homburg sind für den überwiegenden Teil der Nachwuchsspieler aus allen Teilen des Landes der Höhepunkt des Jahres. Bei einer Teilnehmerzahl von mehr als 250 (!) in den Klassen U10 bis U18 dauert das Riesenevent während der Osterferien eine ganze Woche. Das sogenannte „Zentrale Lager“ findet in und auf dem Gelände der örtlichen Jugendherberge statt. Die Kinder und Jugendlichen werden rund um die Uhr betreut, was für die Verantwortlichen des Hessischen Schachverbandes natürlich eine Mammutaufgabe darstellt. Neben den täglichen Turnierspielen gibt es auch ein Rahmenprogramm mit Schwimmbadbesuch und Spieleabend. Dazu kommen noch diverse Aktivitäten wie ein Fußball-, ein Minigolf- und ein Tischtennisturnier, sowie ein Grillabend, ein Bowlingabend, ein Kletterevent, diverse Arten von „Exotenschach“ und die Möglichkeit für kreative Tätigkeiten. Bei einem solchen Programm kann keine Langeweile aufkommen. Schach wird natürlich auch gespielt, immerhin geht es um die Hessischen Landestitel aller Klassen und ggf. um die Qualifikation für die Deutschen Jugendmeisterschaften.

Das zentrale Lager wurde vor mehr als 25 Jahren von dem Dillenburger, Simon Martin Claus, ins Leben gerufen und hat bis heute keinen Deut an seiner Beliebtheit eingebüßt.

In diesem Jahr waren wieder drei Akteure des heimischen Schachbezirks dabei. Erfolgreichster Teilnehmer war Mika Cromm vom TuS Löhnberg. Der letztjährige Vizemeister im Blitzschach schlug sich in der Klasse U16 wacker gegen 22 Mitkonkurrenten. Beim Langschach wurden bei einer Bedenkzeit von 90 Min. sieben Runden im „Schweizer System“ gespielt. Dabei spielen immer Gegner mit annähernd gleicher Punktzahl gegeneinander, die vom Computerprogramm ausgelost werden. Am Ende des Partie-Marathons hatte der Löhnberger 3,5 Punkte auf seinem Konto und erreichte damit Rang 12.

Für Erik Stab vom SK Niederbrechen waren es die dritten Landesmeisterschaften.  2019 hatte er sich bereits als Debütant in der Klasse U10 im vorderen Drittel des Feldes platziert. Wegen der Corona-Pandemie wurden in den Jahren 2020 und 2021 die Meisterschaften online ausgetragen. In diesem Jahr startete er erstmals in der U14. Obwohl er bereits in der Landesklassenmannschaft seines Vereins Erfahrung sammeln konnte und trotz guter Vorbereitung, hatte der Nachwuchsspieler aus dem goldenen Grund dort aber einen schweren Stand. Nach den sieben anstrengenden Runden hatte er 1,5 Zähler gesammelt, was ihm Platz 18 einbrachte.

Für Lennard Meffert, ebenfalls SKN, waren es die zweiten Landestitelkämpfe. In der U12 musste er in der am stärksten besetzte Gruppe antreten und sich mit 52 Mitanwärtern auseinandersetzen. Hier zeigte das Nachwuchstalent aber, dass er durchaus in der hessischen Elite mithalten kann. Nach drei Siegen und einem Remis ergatterte er 3,5 Punkte und platzierte sich mit einem Score von 50% als 21. im Mittelfeld. Trotz der anstrengenden Woche hatten alle Akteure viel Spaß. Das Abenteuer des „Zentralen Lagers“ wollen sie auch im nächsten Jahr nicht missen.